"Undertone" – Die größte Überraschung des Sommers?
Shownotes
Eigentlich war das hier gar nicht als Kulturdisco-Thema geplant. Tom schaute "Undertone" zunächst auf Wunsch seiner kleinen Tochter. Doch je länger der Film nachwirkte, desto klarer wurde: Genau über solche Entdeckungen sollte Kulturdisco sprechen.
Also bittet Tom Art kurz vor der Sommerpause noch einmal ins Heimkino. Gemeinsam sprechen sie über einen Film, der mit einer ebenso einfachen wie originellen Idee beginnt und daraus einen Horror entwickelt, der weniger auf laute Schocks als auf schleichendes Unbehagen setzt. Statt möglichst viel zu zeigen, verlässt sich "Undertone" auf Atmosphäre, Andeutungen und das beklemmende Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.
Das Besondere: "Undertone" funktioniert nicht nur als Film erstaunlich gut. Auch als Hörbuch entfaltet die Geschichte eine ganz eigene Wirkung. Warum fliegen solche Filme oft unter dem Radar? Was macht "Undertone" so besonders? Und weshalb lohnt es sich manchmal, den Empfehlungen zu folgen, mit denen man am wenigsten gerechnet hätte?
Eine Folge über unerwartete Entdeckungen, ungewöhnliche Horrorkonzepte – und einen Film, den Art und Tom ausnahmsweise ohne Einschränkung empfehlen können.
Kulturdisco – Küchengespräche über Musik, Film und Literatur. Neugierig, persönlich und mit Diskokugel.
Transkript anzeigen
00:00:23:
00:00:24: Willkommen
00:00:25: zu einer neuen Folge Kultur-Disco.
00:00:28: Dem wunderbaren Podcast für Musik, Film und
00:00:33: Literatur!
00:00:35: Und heute geht's um?
00:00:36: Nee,
00:00:36: nee, nee.
00:00:37: Du bist wieder viel zu schnell mit dem einzigartigsten aller einzigärtigen Arzt was natürlich Unsinn
00:00:47: ist.
00:00:48: Es gibt ja King Arthur...
00:00:51: Ja aber dich In Live und Natura gibt's nur einmal
00:00:55: ... Art oder Engel im Ostfernsehen?
00:00:58: Ja,
00:00:58: aber ich dachte mir da muss eine Steigerung her.
00:01:00: Deswegen dem einzigartigsten superlativ der Einzigartigen.
00:01:05: und die Arztstreichen wieder... Und
00:01:07: gibt es den einzigARTIGSTEN, gibts das Wort?
00:01:12: Ich denke schon!
00:01:13: Okay
00:01:14: Die Frage ist natürlich, ob das Sinn macht.
00:01:17: Aber das ist im deutschen häufiger Mal der Fall.
00:01:20: Wir verwenden ja alle irgendwie Wörter die eigentlich keine Not
00:01:23: tun.
00:01:23: Genau!
00:01:24: Ob Dinge überhaupt Sinn machen?
00:01:26: Das ist eh so ein Thema.
00:01:28: Na, das ist immer ein Thema also... Einigen wir uns auf den einzigartigen Art
00:01:33: und dem wunderbaren gut aussehenden und widerstehnlichen
00:01:38: Genug.
00:01:40: Ja Hallo.
00:01:42: An wie viele Menschen denkst du, wenn ich sage unwiderstehlich?
00:01:46: Also wie viele menschen sagen das über dich erst unwider stehlig
00:01:50: Wahrscheinlich über mich sagt dass keiner das
00:01:52: glaube ich.
00:01:53: aber woran Ich denke?
00:01:55: da fällt mir nur eine person ein.
00:01:57: Du
00:01:58: für mich auf jeden fall anziehend bis zum get know.
00:02:03: Ja
00:02:03: jetzt habe ich dich verlegen gemacht.
00:02:05: ja genau ich weiß darauf nicht zu erwidern.
00:02:09: ich nehme das Dankbar und stillschweigend hin, wäre das okay?
00:02:12: Auf
00:02:13: jeden Fall.
00:02:14: Ich
00:02:15: bin auch dankbar für dieses Thema.
00:02:19: Wir besprechen Undertown
00:02:21: einen Film
00:02:22: Genau Und mir ist aufgefallen als du mir geschrieben hast wir müssen jetzt wir müssen undertown besprechen Mich erst mal so angenommen.
00:02:33: Dann ist es mir aufgefallen Verdammt noch Mal das ist ein film den ich zwanzig fünf zwanzich verpasst habe.
00:02:41: Richtig, da lief er auf Festivals.
00:02:42: Genau und zwanzivundzwanzig war ja ein ganz krasses Horrorjahr mit einem richtig guten Film.
00:02:51: wir hatten Weapons knallhart gut bring her back traumhaft gut.
00:02:59: the long walk war total super.
00:03:02: Ich fand auch die ugly steps sister gut.
00:03:04: dann der Film Together, der so ein bisschen unter dem Radarflug aber auch einen super Horrorfilm aus den zwanzig-fünfundzwanziger Jahr.
00:03:14: Ein Film der mir fehlt ist Good Boy also ein Horrorfilm Aus der Sicht eines Hundes.
00:03:21: und tatsächlich hatte ich Undertone übersehen und bin so happy dass du das vorgeschlagen hast und nicht das nachgeholt habe.
00:03:30: weil das war so ein Hypefilm hab ich mich irgendwie auf geschrieben und dann ist er weggerutscht.
00:03:37: Ja, ob Anderton ein Hypefilm war weiß ich gar nicht.
00:03:41: Er war auf jeden Fall eine Low-Budget-Produktion.
00:03:45: Er hat gerade einmal fünfhunderttausend US-Dollar gekostet...
00:03:49: ...und hat zwanzig Millionen Dollar eingespielt!
00:03:52: Richtig also bei den Produktionskosten ein solides Einspielergebnis?
00:03:58: Ich hatte ihn gar nicht wahrgenommen.
00:04:02: dann entdeckt, als meine Tochter auf mich zukam und meinte du Papa können wir heute meinen Film schauen.
00:04:09: Also meine kleine Tochter zehn Jahre Und das erste was ich im Kopf hatte waren Familienfilme.
00:04:16: Danach habe ich gesucht.
00:04:18: Dann bin ich wieder zu meiner Tochter gegangen und meint pass auf Ich hab hier die und die Idee Was hältst Du davon?
00:04:25: Und dann sagte meine Tochda mir Ja aber ich würde gerne einen Horrorfilm mit dir schauen.
00:04:31: Und dann kam ich ins Grübeln und bin auf die ganzen Streaming-Plattformen gegangen und habe verzweifelt Horrorfilme ab zwölf Jahren gesucht.
00:04:40: Da wurde mir auf Netflix, dort ist der Film nämlich aktuell im Programm Andertone angezeigt unter anderem... ...und nach den Trailern hat Tia sich für diesen Film entschieden!
00:04:53: So sind wir auf diesem Film gestoßen und ich hab mir den angeschaut und dachte das ist ja mal ein krasser Film.
00:05:00: Den muss ich unbedingt mit Art besprechen.
00:05:03: Genau und es ist ja für mich ein Hypefilm, weil er aus diesem Twenty Four Cosmos kommt.
00:05:09: Das stimmt.
00:05:10: Wir haben sich den Vertrieb gesichert.
00:05:12: Genau, Twenty Four plus Sony die Kombi kannte ich noch gar nicht und deshalb war der bei mir schon eine Zeit lang auf dem Radar uns dann wieder weggerutscht.
00:05:22: Ernsthaft?
00:05:23: Tatsächlich habe ich ja gestern meine große Tochter bei mir gehabt, während meine Frau mit meiner kleinen auf dem Lollapalooza-Festival war.
00:05:34: Ich hab gedacht, kommen wir gucken den auch irgendwie zusammen und habe aber gesagt erst mal den Trailer schauen du den mit schauen willst.
00:05:42: und schon nach der Hälfte des Trailers ist meine dreizehnjährige Tochter ausgestiegen sein.
00:05:46: Nee!
00:05:47: Ich bin raus blieb mir nichts anderes übrig, als den alleine zu
00:05:54: schauen.
00:05:55: Das ist ein schönes Stichwort!
00:05:57: Ich hatte ja gesagt ich habe nach Horrorfilmen ab zwölf Jahren gesucht und wir haben Anderton entdeckt und ich hab ihn mir gestern ein zweites Mal angeschaut.
00:06:07: und was mich an der Stelle irritiert hat, als ich ihnen dann ein weiteres mal anschaltet, tauchte oben links am Anfang des Films einer FSK-Empfehlung ab sechzehn auf Und ich dachte, wir haben den doch rausgesucht weil da ab zwölf stand.
00:06:25: Das hat mich so beschäftigt dass ich dann auch eine Google Recherche gestartet habe.
00:06:29: also ist der Film nun ab zwelf oder ab sechzehn und so ganz zweifelsfrei herausfinden konnte ich es nicht.
00:06:36: Es ist so in verschiedenen Ländern hat er verschiedene Freigaben Und die deutsche offizielle Freigabeempfehlung soll sechzehn sein.
00:06:45: Es kann aber sein, dass Netflix eine Empfehlung ab zwölf ausgibt, weil die Streaming-Plattformen teilweise noch mal von den FSK-Empfehlungen abweichen.
00:06:54: Frage an dich!
00:06:56: Welche Altersfreigabe würdest du bei diesem Film für angemessen halten?
00:07:00: Also ich finde schon sehzehn okay... Aber auch zwölff.
00:07:06: Das kommt auf die Reife des Kindes an.
00:07:10: Der Film ist nicht besonders schockierend, wenn es um Szenen geht die etwa blutrünstig wären.
00:07:19: Aber erstens Spoiler Alert verdammt gruselig.
00:07:26: und die Themen, um die es geht nämlich Umgang mit pflegebedürftigen Angehörigen oder aber auch über forderten Elternteilen.
00:07:36: Und wie geht man mit Kindern?
00:07:38: möglicherweise bis hin zum Mord.
00:07:42: Das sind Themen, da müssten Kinder schon bereit sein und die gewisse Reife mitbringen um das irgendwie zu integrieren und besprechen zu können.
00:07:53: Gehe ich mit!
00:07:53: Er ist natürlich alles andere als explizit.
00:07:56: Ich habe das sogar als Stärke empfunden.
00:08:00: er entwickelt In meinen Augen aber eine Intensität und einer Atmosphäre, die schon verstören kann.
00:08:07: Und ein Kind sollte gefestigt sein!
00:08:11: Nachhinein als ich ihn mir jetzt das zweite Mal angeschaut hatte... ...war ich sogar überrascht dass Thea den mitgenommen hat wobei sie auch am Ende des Films gesagt hat Boah war der gruselig.
00:08:23: Der ist wirklich grusulich und es is'n Kunststück ohne krasse Effekt hascherei auszukommen.
00:08:32: Und das macht der Film wunderbar, es ist bei dem Hintergrund eine Gruselfilm im klassischen Sinne.
00:08:38: also zu gucken wie komme ich mit möglichst wenig aus?
00:08:43: und trotzdem gleichzeitig das größtmöglichste Unbehagen zu erzeugen?
00:08:48: und das fand ich großartig war... Er hat mich da auch wirklich an diese schon so Haunted House Filme erinnert aus den siebziger Jahren.
00:08:55: Da kommen wir auch noch mal gleich dazu wie die Kameraarbeit ist und so.
00:09:00: Auch
00:09:00: die Zuordnung würde ich gerne noch mal mit dir besprechen, Haunted House auf jeden Fall ist ein Einfluss.
00:09:06: ja aber kommen wir gleich zu
00:09:08: Haus.
00:09:08: als Charakter
00:09:10: finde ich einen wichtigen Impuls.
00:09:12: vielleicht wollen wir mal um alle abzuholen die den Film noch nicht gesehen haben kurz zu anfangen was zu den Trivia, also so zu dem Produktionshintergründen sagen.
00:09:23: Ich finde nämlich die Entstehungsgeschichte des Films ist genauso spannend wie der Film selbst.
00:09:29: und dann natürlich auch was zur Story.
00:09:31: Sehr
00:09:32: gern!
00:09:32: Sollen wir die SchauspielerInnen mal durchgehen?
00:09:34: Ja, die SchauspielerInn sind der Cast.
00:09:39: Ist deine Passion damit kannst du gleich loslegen.
00:09:43: Das
00:09:43: find ich wichtig.
00:09:44: Also
00:09:45: freue mich.
00:09:46: Moment moment wo ich mich jedes Mal drauf.
00:09:49: Ich würde vorher gerne noch was sagen, also wir haben hier eine kanadische Produktion.
00:09:55: es ist keine amerikanischen Produktion das ist auch keiner europäischer.
00:09:59: es ist ein kanadischer Film und es ist der Spielfilm-Debüt von einem jungen Regisseur der Ian Chousson heißt ich hoffe ich habe den Namen richtig ausgesprochen Tua Sonn geschrieben Das Drehbuch, und da finde ich fängt es an richtig richtig spannend zu werden.
00:10:17: das Drehbuch ist entstanden als Thucson seine eigenen sterbenen Eltern pflegte.
00:10:25: die waren bei dem Endstadium Krebs.
00:10:29: der Tod stand bevor und er ist in sein Elternhaus zurückgekehrt und hat seine sterben Eltern gepflegt Und während dieser Pflege hatte er das Gefühl von ständiger Isolation von einem permanenten Ausnahmezustand und den wollte er verarbeiten.
00:10:47: Und so entstand dieses Drehbuch zu diesem Film, was auch ganz witzig ist – das ist nämlich eine schöne Trivia!
00:10:56: Der Film wurde in seinem Elternhaus aus einer frühen Kindheit aufgenommen also er hat sich an Original-Schauplätze wenn du so möchtest begeben Und jetzt kannst du was zum Cast sagen, also der Regisseur Ian Chuson und dann gibt es einen wundervollen Cast.
00:11:12: Also eigentlich ein sehr überschaubarer aber sag mal etwas dazu.
00:11:16: Genau!
00:11:16: Also sind Nina Kiri als Aerie die Protagonistin?
00:11:22: Adam DiMarco spielt die Stimme... ...und die Miquel DuVet spielt die betliegerische und komatöse Mutter.. ..und auch sterbende Mutter.
00:11:36: Dann gibt es die zwei Stimmen, die ganz wichtig sind von den Aufnahmen.
00:11:40: Das ist die Kenalyn Bastidas als Jessa und Jeff Jung als Mike, das Pärchen vom Tonband.
00:11:50: Ganz spannend ist auch dass in seiner Verarbeitung des Drehbuchautors eher von einem Hörspiel ausgegangen.
00:12:01: Richtig!
00:12:01: Das Ding fing als Hörspiel an wurde nach und nach zu einem Drehbuch und zu einer filmischen Umsetzung.
00:12:09: Und das finde ich auch eine wichtige Sache, weil tatsächlich habe ich zwischendurch mal die Augen so zugemacht und einfach mal so hingehört.
00:12:18: Tatsächlich könntest du es auch als Hörbuch fast laufen lassen mit ein paar Änderungen?
00:12:24: Das ist eigentlich ein Geniestreich!
00:12:26: Es ist auch einen Geniestreich als Kammerspiel, weil im Endeffekt hast du nur zwei Schauspieler ändern.
00:12:34: Das ist die komatöse Mutter.
00:12:38: Die
00:12:38: man sieht und die Protagonisten, der Rest sind alles Stimmen oder Tonbandaufnahmen.
00:12:45: Genau
00:12:45: das läuft als voiceover sozusagen.
00:12:48: Und das ist ja auch die Herausforderung weil normalerweise wenn du so ein Film drehen würdest, würdest du um nochmal bisschen mehr Pep reinzubringen, würdest du sogar Flashbacks einbauen.
00:12:59: Das haben sie sich quasi nicht gegönnt, sondern haben wirklich nur mit dem gearbeitet was dann tatsächlich da war.
00:13:07: Und schon allein das ist eine kleine Meisterleistung.
00:13:10: als Kammerstück funktioniert das Ding total gut.
00:13:13: Funktioniert total gut sehe ich auch so!
00:13:16: Ich habe auch bereits heute während der ersten fünfzehn Minuten das Gefühl dass wir sogar zu einem Fazit gelangen könnten bei dem wir uns einig sind.
00:13:27: Jetzt aber erst einmal ein bisschen was zur Story ist.
00:13:30: Sind ja, als du den Cast genannt hast sind ja schon ganz viele Namen gefallen Mike viel Jesser viel Hängt jetzt alles so ein bisschen im Raum.
00:13:39: Aber wenn wir die story erzählen dann kann man vielleicht zuordnen okay wer sind die Figuren und zu wem gehört jetzt welcher Name?
00:13:48: Und möchtest du mal was zur story sagen?
00:13:51: oder soll ich mich einfach mal einer IMDB gültigen Zusammenfassungen versuchen.
00:13:57: Mach das mal, mach mal die IMDB-Geschichte immer ganz spannend auch zu gucken.
00:14:03: trifft es oder muss man da noch was hinzufügen?
00:14:06: Okay dann sind wir beide gespannt.
00:14:08: ich habe nämlich keine Ahnung ob's mir gelingen wird aber Ich gebe mein Bestes.
00:14:13: Im Zentrum der Geschichte steht Die junge Frau Evie die zusammen mit einem Freund Der Justin heißt ein Podcast zu paranormalen Ereignissen betreibt.
00:14:26: Da Ivis Mutter im Sterben liegt, ist sie in das Elternhaus zurückgekehrt und pflegt ihre sterbende Mutter.
00:14:34: Und während der Pflege nimmt sie um auf andere Gedanken zu kommen mit Justin eine neue Podcastfolge auf und den beiden wurde eine E-Mail zugespielt mit zehn Audio Files die Sie jetzt für die neue Folge dann anklicken.
00:14:52: Und was auf den Audiofiles zu hören ist, das sind Veränderungen in dem Leben und im Alltag eines jungen Paares, das dort Mike & Jesser heißt.
00:15:06: Die sind auf diesen Audiofile dokumentiert und da sind dann zuhören rückwärts gelesene Botschaften Kinderlieder, vermeintliche Dämon von Kindstötung ist die Rede Und bald ist eigentlich nicht mehr ganz klar, was haben diese Aufnahmen mit den Entwicklungen in Ivys eigenem Leben
00:15:26: zu tun.
00:15:26: Besser kann man es nicht zusammenfassen und schon da hat man den Aufschlag dazu wie genial das auch ist.
00:15:36: Also das eine, was ich gerne vorwegnehmen möchte oder als Sprung in die Story nehmen möchte, ist... Ich musste so ein bisschen schmunzeln weil Evi nimmt ja den Podcast mit jemandem auf, mit dem Partner der woanders sitzt.
00:15:53: Aber sie haben ungefähr den gleichen Prozess wie du und ich.
00:15:58: Daran musste ich auch
00:15:59: denken... Genau!
00:15:59: Also das ist also mit dem Laptop und dann zu gucken wo steigt man ein oder in welcher Stimmung ist man gerade?
00:16:08: Oder bricht man jetzt ab und macht an einem anderen Tag weiter?
00:16:11: Und all diese Themen haben die ziemlich geschickt Einfließen lassen, da musste ich auch an uns beide denken.
00:16:19: Dann was ich auch ganz toll fand und das ist für mich ein Teil des Geniestreiches des Drehbuchautors in dem man feil für feil
00:16:34: die
00:16:34: Story von diesem Ehepaar hört läuft gleichzeitig zu dem Film ein anderer Film im Kopf des Zuschauers ab.
00:16:46: Und das, fand ich, macht es auch wirklich gruselig weil man muss die Sachen, die man da hört auf den Aufnahmen, muss man im Kopf zusammensetzen in eine Story!
00:16:57: So damit ihr euch nicht wundert was sind denn das für komische Hintergrundgeräusche?
00:17:03: Das waren nicht meine kleinen süßen Krallen, die jetzt Art den Rücken gekillert haben sondern das war Malik und sah Haushund und Beschützer, der jetzt auf seiner Mathe, auf seinem Platz erst mal ordentlich alles zurechtgescharrt
00:17:19: hat.
00:17:19: Genau das ist so ein Ritual von ihm.
00:17:22: Das ist spannend weil die Matratze ändert sich nie aber er in seinem Instinkt muss sich den Schlafplatz zu rechts scharen!
00:17:30: Das ist richtig so.
00:17:32: Jetzt mache ich auch immer abends.
00:17:34: Das nennt man eine artgerechte Haltung.
00:17:36: Ja
00:17:36: genau.
00:17:38: Sehe ich ja auch so also... Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass wir heute tatsächlich einen Match haben könnten.
00:17:46: Das höre ich so in den ersten Minuten bereits raus.
00:17:50: Ich würde noch mal ganz kurz, bevor wir dann auch auf die filmische Umsetzung zu sprechen kommen und was den Film so intensiv und so atmosphärisch macht, würde ich gerne nochmal ein bisschen auf die Einordnung zurückkommen.
00:18:02: Wäre das für dich okay?
00:18:03: Sehr gern!
00:18:05: Du hattest schon ein Stichwort fallen lassen.
00:18:09: Woran ich denken musste und das hat für mich auch den Reiz ausgemacht, sich den Film anzuschauen.
00:18:17: Ich hätte ihn dem Horrorfilm Subjongre des Dämonenfilms zugeordnet... ...und ich fand dass insofern ganz interessant.
00:18:26: also es ist ja ein sehr beliebtes genre oder subjongere in den horrorfilmen neben den haunted house und den slasher film die auch nach wie vor wahnsinnig populär sind ... weil es nämlich mit ganz vielen Urängsten
00:18:38: spielt.
00:18:39: Also wir haben das schon oft thematisiert bei anderen Filmen wie Hereditary, beispielsweise... Es geht immer um Kontrollverlust über den eigenen Körper,... ...es geht um die Angst vor dem Unsichtbaren,... ...Es geht um Familie als Ort des Schreckens und es geht... Und das macht der Film in meinen Augen ganz stark um Zweifel an der eigenen Wahrnehmung.
00:19:03: Was ist Realität?
00:19:04: was suggeriert mir mein eigener Kopf, was womöglich gar nicht da wäre.
00:19:09: Und für mich ist das... wenn man sich jetzt so anschaut in dem Dämonenfilm also es gab ja da verschiedene Phasen Für mich fällt er in so eine bestimmte Phase mit bestimmten Vorbildern auf die wir mit Sicherheit auch noch zu sprechen kommen werden und das hat den Film für mich tatsächlich auch originell innerhalb des genres gemacht.
00:19:30: Ich habe ne Hypothese, dass originelle ist Schieß
00:19:33: mal raus
00:19:34: Ich gehe mit allem mit.
00:19:36: Ich würde nicht sagen ein Dämonenfilm per se, weil eine Demonin spielt ne Rolle.
00:19:44: aber als Genre würde ich sagen religiöse Horror.
00:19:49: Religiöser Horror und da komme ich gleich dazu?
00:19:51: Jetzt haben wir doch noch nen Streitthema gefunden.
00:19:53: Aber es ist ein
00:19:55: rein religiöser Horror und es is n Familientrama Einerseits mit der Frage, was schulden sich Generationen?
00:20:04: Also was schulten Eltern ihren Kindern und umgekehrt.
00:20:08: Was schuldeten Kindern ihren Eltern?
00:20:11: Und dann auch das ganze Thema Angst um Verlust von Kindern oder wie gehe ich mit Überforderung mit Kindern um?
00:20:22: Das ganz große Thema ist transgenerationale Schuld und Schuldgefühle.
00:20:30: Ich finde das so spannend, dass habe ich ja sage mal im Berufsleben oder im Privatleben.
00:20:36: Im Freundes- und Bekanntenkreis und Familienkreis oft erlebt wie einschneidend es ist, Familienangehörige als kranke Menschen zu haben die zu pflegen sind.
00:20:48: Wie einschneeidend das ist bis zu dem Punkt wo man fast schon Schuldgefühle kriegt oder was heißt.
00:20:56: Oder sich schuldig fühlt, wenn man sich wünscht dass die Person jetzt endlich von der Welt geht weil der Druck einfach so krass ist.
00:21:04: und wie kann man aber sowas fühlen?
00:21:07: Man wurde als Kind in die welt gebracht Die Eltern haben einen umsorgt.
00:21:12: Und jetzt ist die große frage schaffe ich das als kind dass mein eltern zurückzugeben?
00:21:18: sehr sehr spannend auch wenn sie später sagt I killed my mom, ich habe meine Mutter getötet.
00:21:26: Die Mutter hat ja immer gesagt auf alten Tonaufnahmen die sie aufgenommen hat auf Brachnachrichten das wäre schön wenn du mal wieder mit zur Messe kämpst und sie ist ja nie dem nachgegangen mit ihrer Mutter in die Kirche zu gehen.
00:21:39: und irgendwann hat die Mutter aufgehört zu essen und zu reden.
00:21:44: Und fiel dann in diesen komatösen Zustand, da so dieses Schuld die einen soweit bringt das man sagt ich habe meine Mutter getötet.
00:21:53: also das fand ich schon sehr sehr spannend.
00:21:55: und warum?
00:21:56: ich sage es ist mehr ein religiöser Horror als reiner klassischer Dämonenhorror ist weil er wirklich eine Fundierung hat in der Bibel Also im christlichen Glauben, im Alten wie auch im neuen Testament wird explizit davor gewarnt dich in Zeichendäuterei hinein zu begeben.
00:22:22: In Zauberrei, in Weißsagung also dieses ganze Coucher-Borgespielerei oder sich mit Hexerei und mit dem Okkulten auseinanderzusetzen.
00:22:33: Insbesondere das Thema der Zeichendeuterei ist vor allen Dingen im alten Testament ganz groß und explizit ausformuliert, und im neuen Testament bestätigt.
00:22:45: Und was die beiden machen ist quasi ein Podcast zu machen über paranormale Phänomene.
00:22:54: Sie handeln explizIT gegen die christliche Dokträne und begeben sich in diese Zeichendeuterei – sie hören sich diese paranormal Sachen an und versuchen zu deuten Ihr Partner ist eher der Typ, der es so ein bisschen glauben will und sie ist quasi der logische Verstand.
00:23:11: Aber beide machen das?
00:23:13: Und das steht im Kontrast zu der Gläubigkeit der Mutter die ja auf alten Aufnahmen immer sagt hey bitte komm mit mir in die Kirche mal wieder zur Messe!
00:23:24: Und im Haus sind ja überall christliche Symbole... ...und deshalb war's für mich Ja.. Ein Dämon spielt eine Rolle da kommen wir gleich dazu.
00:23:35: aber ich würde es wirklich viel höher hängen als diesen klassischen dämonischen Film, weil es vom Archetypus so tief geht in das alte Testament.
00:23:45: Also zweieinhalb Tausend Jahre zurück und das finde ich macht dieses Kammerspiel mit zwei sichtbaren Schauspielerinnen so substanziell.
00:23:58: Das finde ich spannend und ich bin dir dankbar dafür, dass du das gesagt hast.
00:24:02: Weil jetzt haben wir in aller Einmütigkeit doch noch ein bisschen Decentz Und damit vielleicht auch noch ein bischen mehr Unterhaltungsfaktor.
00:24:12: Ich bleibe erst mal dabei.
00:24:13: für mich ist es so ein Film des Dämonenfilm Sub-Jongres.
00:24:19: und wenn ich jetzt zu ganz Holzschnittartig mir anschaue welche verschiedenen Epochen an Dämonenfilmen hatten wir, und wie könnte man die jetzt grob sortieren?
00:24:31: Dann entdecke ich ja in den neunzehntsechziger Jahre so diese klassische religiöse Phase.
00:24:40: So würde ich das nennen!
00:24:42: Die bekanntesten Vertreter sind da Rosemary's Baby der Exorzist, das oben.
00:24:49: Und da ging es immer darum... Das Böse steht als religiöse Realität im Mittelpunkt der Filme.
00:24:56: Ab den neunzehntachtiger Jahren haben wir so eine Phase der Neuorientierung gehabt, wo sich das Subgenre dann auch noch mal diversifizierte.
00:25:05: also da gab's die klassischen Stoffe, dann gab es aber auch Ökotismusstoffe.
00:25:10: Es gab vor allem ab den zweitausender Jahren diese ganzen Found-Footage-Filme sowas wie Blair Ridge Project oder Paranormal Activity.
00:25:20: Und dann hatten wir ab zwei tausend dreizehn und da würde ich echt eine eigene rubrik aufmachen das sogenannte conjuring universe also mit den conjuring film aber auch mit den ganzen spin-offs anabell so nann und so weiter und sofort.
00:25:37: Die haben im prinzip dieser alten stoffe aus dem siebziger achtziger jahren wieder aufgegriffen haben die aber modern inszeniert So diese katholische Symbolik, die Exorzismen, die Spukäuser, die dämonischen Entitäten.
00:25:52: Auf einmal war alles wieder da und dann... Und das läuft parallel zu dieser Conjuring-Phase an gibt es ja diese psychologischen Dämonenfilme wo sich die Filme auf einmal nicht mehr für Exorcismen oder sowas interessiert haben sondern mittels Punkt standen dann die Themen, die du angesprochen hast.
00:26:14: Trauma, Schuld, Familie, Trauer, Psychologische Ambivalenz.
00:26:20: alles was dazugehört und ob der Dämon existiert oder einfach nur eine Metapher ist das blieb eigentlich mehr oder minder immer dem Zuschauer überlassen Also wie er das dann für sich aufschlüsselte.
00:26:33: Und da haben wir natürlich die Filme, die wir so lieben zum Beispiel sowas wie Hereditary oder Talk To Me als populärerer und jüngerer Vertreter.
00:26:46: Ich würde diesen Film Anderton auch zu diesem Cluster des psychologischen Dämonenfilms hinzuzählen.
00:26:52: also da gehört er für mich rein.
00:26:54: und ja du hast recht Er spielt mit diesen ganzen religiösen Insignien.
00:27:00: Also du hast dann Marienstaturen, du hast Kreuze... ...du hast andere christliche Symbole die immer wieder in dem Film auftauchen.
00:27:08: Für mich hatten sie aber eher sowas wie ein Stilmittel.
00:27:12: also weil wofür steht denn diese christliche Symbolik?
00:27:15: Die steht für Ordnung, die steht für Berechenbarkeit,... ...die steht für moralische Eindeutigkeit, für Schutz und all das geht verloren.
00:27:25: Und um diesen Kontrast zu erzeugen, hat er so als Stilmittel – so habe ich das jedenfalls wahrgenommen – diese ganzen christlichen Symbole verwendet.
00:27:33: Ich
00:27:34: bin bei dir dass die Filme, die wir lieben also von Hereditary to Exorcist und dazwischen dieser anderen Psychologienfilme da reiht der sich ein sprich wo es um Familientrahmen geht und transgenerationale Schuld und diese Geschichten Und das ist ja auch für mich die absolute Lieblingskombination, also Horror und Drama vermengt.
00:28:03: Ja,
00:28:03: lieben wir beide!
00:28:04: Genau.
00:28:05: Aber jetzt kommen wir zu The Undertown oder einfach nur Undertone... ...und Undertone hebt sich nochmal ein Stückchen ab.
00:28:14: Ich muss dir widersprechen?
00:28:16: Gerne
00:28:16: weil bei Undertone spielen diese religiösen Symbole da ist es nicht Stilmittel wie bei The Conjuring oder bei anderen Filmen.
00:28:29: Wo
00:28:30: Undertone eine Verbindung hat, aus meiner Sicht ist mit the Exorcist weil letztendlich geht's auch um den Bruch mit dem eigenen Glauben, mit dem Hadern des eigenen Glaubens.
00:28:45: also wie stehe ich zu Gott und zu den Ritualen rund um die Kirche?
00:28:53: In The Exorcist ist es ja ganz spannend.
00:28:57: Ich wiederhole mich an der Stelle einer meiner absoluten Lieblingsfilme, da hat man quasi die umgekehrte Entwicklung.
00:29:04: Die Wissenschaftlerinnen und Ärzte finden keine Antwort und bewegen sich in den theologisch-spirituellen Raum.
00:29:13: Der Priester, der hadert mit Gott und seinem Glauben und versucht irgendwie dediktivisch empirisch zu lösen Und kommt am Ende raus.
00:29:25: Er muss sich natürlich opfern, klar!
00:29:27: Aber kommt raus oder kann den Dämon besiegen indem er wieder zum Glauben zurückfindet?
00:29:33: Und so ähnlich ist es ja auch hier.
00:29:36: also du siehst die Protagonistin.
00:29:39: Also man kann das hineininterpretieren.
00:29:41: Sie hat mit ihrem Glaubem gehadert.
00:29:43: also es gab wohl in der Vorzeit als die Mutter noch gesund war So nähe Distanzproblem und aber auch so eine Distanz, mit zu den Gottesdiensten zu gehen und gegen Ende gibt es quasi... Und das ist vielleicht die Tragödie.
00:29:59: Es gibt schon so ein Art Bekenntnis wieder zum Glauben.
00:30:03: ich hätte mit dir beten sollen Ich hätte mit Dir in die Kirche gehen sollen Ob's noch gereicht hat oder nicht Also aus religiöser sich vielleicht?
00:30:13: Vielleicht ist ihre Seele gerettet oder nicht Das könnte man nochmal diskutieren.
00:30:17: Aber da finde ich hebt sich Undertown noch mal ein Stückchen ab von der Symbolik.
00:30:24: Und deshalb, obwohl man nur zwei sichtbare Schauspieler in hat und der Rest sind Stimmen Deshalb hat er auch aus meiner Sicht diese Tiefe weil der Archetypus einfach da ist.
00:30:37: Es sind keine Stilmittel es sind für mich Zugänge zu einem Glaubenssystem das an die drei tausend Jahre alt ist.
00:30:45: Das wird an der Stelle berührt und thematisiert.
00:30:49: Okay, dann kommen wir an der Stelle vielleicht nicht überein ist aber auch gar nicht weiter dramatisch.
00:30:55: Du hast einen anderen Punkt also jetzt sogar schon mehrfach angesprochen, der glaube ich für den Zugang zu diesem Film elementar ist.
00:31:04: Wir sind es ja gewohnt Horrorfilme zusehen die über die Bilder funktionieren und dann reagieren wir auf einen Jumpscare nach dem anderen und dieser Film zelebriert genau das Gegenteil.
00:31:18: Das ist das Schöne!
00:31:20: Über die Inszenierung reden wir gleich noch, aber was man vorausschicken muss – weil das ist wirklich elementar – der eigentliche Star des Films sind nicht die Bilder sondern das Sounddesign.
00:31:32: Und
00:31:33: Bilder
00:31:34: stützen das Sound-Design also... Die Prio ist an der Stelle unterschiedlich gesetzt.
00:31:39: Und ich hatte diese Woche Das exakte Gegenteil mit der gleichen Thematik.
00:31:44: Evil Dead Burn und tatsächlich da geht es auch um Transgenerationalität, um Familie, Familienwerte, um Wesen aus der Hölle die Menschen besetzen – Die Deadites!
00:31:59: Und das war Indie-Fressehorror.
00:32:02: also total explizit.
00:32:04: Das absolute Gegenteils zu jetzt Undertown.
00:32:10: Also wie der mit Stilmittel gearbeitet hat, das war Wahnsinn.
00:32:14: Ich gebe dir recht.
00:32:14: also Sounddesign spielt eine große Rolle.
00:32:17: Es fängt schon an mit T-Kessel, Pfeift, tickende Uhr was man über Kopfhörer hört die unterschiedlichen... es hört sich ja unterschiedlich an was man von Kopfhörer hört oder normal mit dem Ohr.
00:32:34: Da wird ganz viel gespielt und aber auch mit Stille.
00:32:38: Ja
00:32:39: Das ist schon ein Wahnsinnsteil, große Kinokunst.
00:32:45: Ich würde aber auch sagen die Kamera hat so grandios gearbeitet.
00:32:49: Auf
00:32:50: jeden Fall!
00:32:50: Also weil die Kamera das was auf der Tonebene passiert haben die Bilder nochmal gestützt und erweitert in ihrer Wirkung.
00:33:01: Ich würde glaube ich trotzdem noch mal gerne, also weil wir reden jetzt so von Sounddesign und das ist elementar für den Film nochmal kurz damit diejenigen die noch nicht gesehen haben.
00:33:10: Und jetzt vielleicht überlegen ihn sich anzuschauen wie gesagt er läuft derzeit auf Netflix.
00:33:17: Würde ich nochmal gern was zum Sounddesig sagen wollen?
00:33:20: Also Wir haben ja schon immer ein bisschen drum herum geredet aber ich glaube es ist klar geworden dass es einen Dämonenfilm geht um eine Demonen um Abisu Und wie die Story das nahe liegt, also Podcasterin.
00:33:34: Es gibt eigentlich nur zwei Darstellerinnen, die bildlich zu sehen sind.
00:33:38: alle anderen laufen nur als Stimmen in dem Film.
00:33:42: Also diese Prämisse sagt ja schon dass da ganz viel auf der Soundebene passieren muss und das machen sie auch brillant.
00:33:51: Da bin ich bei dir Und den ganzen Film überhören wir Schlafgesänge, wir hören verfremdete Stimmen.
00:33:57: Wir hören Rückwärtsbotschaften!
00:34:00: Wir hören schwach wahrnehmbare Frequenzen und wir hören vor allem diese Passagen der absoluten totalen Stille.
00:34:09: Und wir beginnen jedes Pnacken in der Soundspur mit Bedeutung aufzuladen.
00:34:15: In der Stille oder im Rauschen suchen wir ständig nach irgendwelchen Mustern oder nach Stimmen und dadurch entwickelt der Film so eine unglaublich unbehagliche Atmosphäre.
00:34:28: Und das ist das Schöne an dem Film, er gibt uns Futter aber der ganze Rest passiert in unserem Kopf
00:34:34: sozusagen.
00:34:34: Das ist genial!
00:34:36: Und was sie auch ganz geschickt gelöst haben dadurch sind die Jumpscares ersetzt weil man hat dann zwischendurch doch ein lauteres Poldern Oder ein Störgeräusch, weil irgendeine Aufnahme krachen geht oder einen Telefonanruf da auf einmal reinkommt.
00:34:55: Das fand ich auch so geschickt gelöst!
00:34:58: An der Stelle hast du recht erst insgesamt total souverän inszeniert?
00:35:04: Ich war erstaunt das ist ein Spielfilm-Debüt.
00:35:06: Ich hätte einem Dübitanten das nicht zugetraut.
00:35:09: also weil er bewegt sich so stilsicher und so souveränen mit dem was er macht sehr beeindruckend und natürlich auch die Bilder sind hervorragend.
00:35:20: Da sind wir jetzt an der Stelle, wo du ja auch schon hin wolltest?
00:35:22: Ja also... Die Kamera ist der absolute Hammer!
00:35:26: Also erst mal gibt es so mehrere Stielelemente, die traumhaft sind.
00:35:30: Das eine Stilelement ist langsame Kameraschwänchs Und man selbst will sich in dem Haus umschauen Aber die Kamera schwenkt zu langsam und da entsteht schon Unbehagen oder Schiefe Bilder, die reingebracht werden.
00:35:48: Das erzeugt Unbehage!
00:35:49: Oder was ich auch genial finde... Wenn bei den Szeneübergängen haben sie zum Teil diese Überblendung länger im Schwarz gelassen als bei anderen Filmen?
00:36:02: Oder Sie haben es im Schwarz gelassen und man hört weiterhin
00:36:05: Geräusche?!
00:36:07: Das war genial!
00:36:08: Und die Kamera hat oft bei den Podcast Geschichten, wenn sie quasi irgendwas gehört hat oder so.
00:36:15: Hat die Kamera eine Haltung eingenommen wie potenziell diese Dämonen einnehmen würde, die quasi diese Protagonistin beobachtet.
00:36:28: Das hat mir gut gefallen.
00:36:30: und Was mir auch immer gut gefallen hat, da fühlte ich mich auch sehr an die siebziger Jahre Ästhetik erinnert.
00:36:37: Dieses entweder Filmen vom zweiten Stockwerk runter in den ersten Stockwerk oder umgekehrt.
00:36:45: man hört irgendwas oben poltern und man guckt von unten nach oben Und das war genial!
00:36:52: Dann war alles weitere.
00:36:54: der Film hat natürlich eine dramaturgische Steigerung.
00:36:59: Phänomene zeigen sich ja immer mehr, aber tatsächlich sehr wohl dosiert und auch immer mit so ganz wenig.
00:37:11: Also zum Beispiel dass die komatöse Mutter wenn man ihr den Rücken zu dreht auf einmal aufrecht sitzt und sie anguckt.
00:37:18: Und dann dreht sie sich rum, die komatöne Mutter liegt wieder da also mit so ganz kleinen...
00:37:24: Das ist wieder das Spiel mit der Wahrnehmung?
00:37:26: Hat sie
00:37:27: sich das jetzt eingebildet
00:37:28: oder ist es wirklich passiert?
00:37:30: Genau!
00:37:30: Oder im Spiegel steht vor allem mal die Mutter und dann drehte ich um und die Mutter liegt da im Bett.
00:37:37: So lauter Geschichten aber auch sag ich mal jetzt kommen wir wieder ein bisschen zu der Mischung aus Kamera und Sound Und auch dem Spiel von, was spielt sich unten ab und oben ab?
00:37:50: Also dass auf einmal der Wasserhahn läuft.
00:37:53: Das sind ja gemessen an anderen Horrorfilmen unserer Zeit Minimaleffekte die eigentlich kein Hund mehr hinterm Ofen hervorloggen.
00:38:03: Aber in diesem Film ist es so wunderbar inszeniert das es wieder gruselig klingt
00:38:07: Ja bin ich zu ein hundert Prozent bei dir Was man zum Verständnis vielleicht noch mal wissen sollte.
00:38:13: also Insgesamt arbeitet Anderton visuell eher zurückhaltend.
00:38:20: Also was sehen wir?
00:38:21: Wir sehen lange Einstellungen, leere Flure, Türrahmen und dunkle Ecken.
00:38:28: Und jede Menge negative Räume.
00:38:30: Das ist für mich Endeffekt auch eine der... derken des Films.
00:38:35: Er zeigt uns eigentlich gar nicht viel, er gibt uns wohl dosierte kleine Häppchen.
00:38:41: aber dadurch dass wir so viele Räume Dunkelheit Ecken Türrahmen und alles sehen beginnen wir ähnlich wie beim Sound Design regelmäßig damit irgendwie nach Bedrohung zu suchen also die Bilder selbstständig aufzufüllen.
00:38:58: Ist da was?
00:38:59: Hat sich da etwas bewegt,
00:39:00: ist dann schieben
00:39:02: und mehr braucht der Film eigentlich auch gar nicht machen.
00:39:05: Das liebe ich eigentlich.
00:39:06: also es gibt so paar Horrorfilme die das ein bisschen ohne den Ansätzen machen zum Beispiel It Follows oder selbst in der Neuverfilmung von EES sag ich mal man hat eine ganz normale Szene im Hintergrund spielt sich irgendwas ab und man schneidet jetzt nicht wirklich mit als Zuschauer sondern so ein bisschen subtil Und man wird aber trotzdem so verunsichert.
00:39:30: Dieser Film, Undertown hat das genommen und zum Hauptstil-Element.
00:39:34: Absolut!
00:39:35: Man ist ständig am Suchen die Vorhänge... ...die dunklen Räume.
00:39:40: Man guckt überall sieht man da was, sieht man nicht?
00:39:43: Vielleicht war da gerade ein Schatten oder auch nicht?
00:39:45: Hab ich es richtig
00:39:46: gesehen?!
00:39:46: Genau, genial!
00:39:49: Du hast grade eine schöne Referenz angesprochen weil ich habe die ganze Zeit überlegt Und daher wahrscheinlich auch meine Einordnung in diese Phase des psychologischen Dämonenfilms.
00:40:01: An welche Vorbilder oder an welche Inszenierungstechniken von anderen Regisseuren erinnert mich der Film und ich musste tatsächlich, weiß nicht ob dir das genau so ging bin ich mal gespannt.
00:40:14: Ich muss dann Oscar Perkins Long Legs zum Beispiel.
00:40:18: Ich musste an Ari Asta denken, mit der Redditary und ich musste den hast du gerade genannt an David Robert Mitchell mit It Follows denken.
00:40:30: die inszenieren natürlich nicht gleich aber sie haben frappierende Ähnlichkeiten dabei wie sie Räume inszeniren
00:40:38: Genau Räime und aber auch zu gucken.
00:40:41: Wie kann man in alltägliche Dinge Verunsicherung hineinbringen.
00:40:46: Also wer das auch sehr gut gemacht hat in The Witch war Robert Eggers mit diesen langsamen Close-ups auf einen Hasen oder auf eine Ziege, wo man denkt, ist irgendwas mit dem Tier?
00:41:01: Oder warum hält jetzt die Kamera so lang drauf?
00:41:04: Ist da jetzt der Teufel drin in der Ziege?
00:41:07: Oder ist es einfach nur ne Ziege?
00:41:09: Sitz in diesem Häschen Schon so ein böser Geist, der die Familie beobachtet oder ist einfach nur ein Hase.
00:41:15: Das hat Robert Eggers in The Witch auch ganz schön ausgekostet und das ist genial!
00:41:21: Und was Cueson so ähnlich macht wie die ganzen Referenzen, die wir jetzt genannt haben, ist natürlich er arbeitet bei den Bildern viel mit Halbtotalen... Du bist nie wirklich nah bei den Figuren.
00:41:35: Es gibt da immer eine Distanz, du wirst immer in diese Rolle des Beobachters, das Zuschauer reingedrängt und dadurch haben die Bilder natürlich auch die Möglichkeit, dass Haus ganz anders zu inszenieren.
00:41:49: Das Haus ist keine Kulisse sondern du hast es am Anfang gesagt, das Haus ist die Präsenz selbst.
00:41:56: so kommt dir das jedenfalls vor Und der Vorteil ist ja auch und das korrespondiert mit allem, was wir bisher gesagt haben.
00:42:05: Dadurch dass du immer Bilder aus weiterer Entfernung mithalbtotalen hast, hast natürlich viel Raum.
00:42:14: die Figuren sind dann auch nicht im Bildzentrum sondern sie sind am Bildrand und das befördert natürlich auch dieses Ist da was im Dunkeln?
00:42:22: Dieses Suchen, das wir angesprochen hatten und das wäre bei Nahaufnahmen so auch gar nicht möglich.
00:42:28: Und es zeigt auch dass dieser Film mehr als nur Unterhaltung ist sondern schon fast eine ja schon künstlerische Note hat weil es zwingt dich als Zuschauer mitzumachen.
00:42:42: also der film aktiviert dich als zuschauer.
00:42:47: Ich schon eine große Leistung, wenn man an klassisches Kino denkt was einen nur berieselt.
00:42:52: Ja also ich habe mich auch jedes mal dabei ertappt wie ich das Bild nach irgendetwas absuche.
00:43:01: ist da etwas bewegt sich etwas kommt gleich etwas?
00:43:05: ja die Erwartungen hatte ich ja auch permanent und dass selbst dann wenn nix passiert es Wenn das einfach nur ein statisches langweiliges bild war wo auch mit unseren Erwartungen gespielt wird.
00:43:17: Und dadurch bezieht der Film auch so seine Spannung und so seine Suggestionskraft.
00:43:23: Was ich noch sagen wollte, das ist mir nämlich auch aufgefallen und das fand ich eine spannende Beobachtung von dir diese ständigen angeschreckten Bilder.
00:43:32: Die sind natürlich als Stilmittel, die seit Jahrzehnten im Horrorfilm gebräuchlich... Seit
00:43:38: Alfred Hitchcock.
00:43:39: Das ist ne Hitchcock-Einstellung?
00:43:41: Eigentlich noch länger!
00:43:43: Und ich fand, und da schließe ich jetzt nochmal den Kreis zu meiner These.
00:43:48: Das ist kein religiöser Horrorfilmen erst!
00:43:51: Ich habe das so verstanden.
00:43:52: du hast diese christlichen Insegnien die moralische Stabilität Schutz und dergleichen transportieren sollen und dann hast Du entgegengesetzt als Stilmitte dieser angeschreckten Bilder die dir eigentlich ständig unterbewusst suggerieren Moment mal, irgendwas stimmt hier nicht.
00:44:10: Irgendwas gerät gerade ganz gehörig aus den Fugen und in Kombinationen habe ich das so als Kontrast empfunden.
00:44:18: Und da du ja der Meister der kontrastierenden Bilder- und Handlungen bist würde mich mal interessieren ob du damit gehen könntest oder ob du das anders siehst.
00:44:28: In einer Kontrastierung hast Du ja auf jeden Fall viel in dem Film.
00:44:32: Da würde ich auch gleich nochmal gerne darauf zu sprechen kommen, nämlich die tonale Kontrastierung zwischen Erdgeschoss und erst im Stockwerk.
00:44:43: Das ist ganz wichtig!
00:44:45: Ich kann nicht von meiner These abrücken dass das ein
00:44:49: Relikt... Ist er noch, musst du ja auch
00:44:51: nicht?
00:44:51: Und ich sage dir nochmal warum.
00:44:53: In der Bibel steht, du sollst dich nicht in diese Zeichendeuterei begeben.
00:44:58: Sie machen trotzdem diesen Part-Cast und du hast... ...nicht nur dass die Mutter sagt Ich bete für Dich!
00:45:05: Und das wird immer wiederholt und bitte kommen und ich vermisse dich bei den Gottesdiensten, bei der Messe.
00:45:12: Und sie sagt, ich habe meine Mutter getötet indem ich nicht mehr mit ihr zur Messe gegangen bin sondern du hast auch diesen Punkt wo Ihr Podcast-Partner an ein, zwei Stellen auch explizit auch auffordert.
00:45:29: Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter
00:45:31: machen.".
00:45:32: Also sprich biblisch übersetzt ich möchte bei dieser Zeichendeuterei nicht weitermachen und sie hadern mit ihrem Glauben immer noch sagt ne wir haben das jetzt angefangen wir ziehen es durch.
00:45:45: also deshalb ist es für mich immer noch eher ein religiöser Horror, der auch viel näher an The Exorcist ist.
00:45:53: Die Exorcists ist ja witzigerweise ein prochristlicher Film und eine prochristen Geschichte was ja verrückt ist.
00:46:01: William Bladdy war überzeugter Katholik Und deshalb würde ich es nicht ganz loslassen.
00:46:09: Ich würde gerne nochmal auf die tonale Kontrastierung kommen, die mir sehr gut gefallen hat nämlich rund um den Podcast dieses warme, die Wärme des Elternhauses.
00:46:21: Was immer noch so ein bisschen geblieben ist als Residuum aus einer wohlbehüteten geschützten Kindheit könnte man denken oder vielleicht war es auch nur Fassade weil sobald du nach oben gehst ist schon alles dem Tod gewitmet.
00:46:36: Es ist schon von der Beleuchtung und vom Gefühl her gibt's schon die Kälte.
00:46:42: Die Kälter ist da.
00:46:43: Irgendwann sagt auch eine Ärztin Man sieht die Ärztin nicht, man hört nur ihre Stimme.
00:46:48: Das haben sie auch gut gemacht.
00:46:50: Es dauert nicht mehr lange... Stimmt!
00:46:52: Sie scheint in dem Haus vor Ort zu sein?
00:46:55: Genau aber
00:46:56: du siehst sie trotzdem
00:46:57: nicht.
00:46:58: Sie bleibt sich da treu.
00:46:59: So von wegen.
00:47:00: ja es dauern nicht mehr lang.
00:47:01: und woran merke ich's wenn so ein Rasseln in der Lunge ist.
00:47:06: Medizinisch ist das so wenn der Körper langsam runter fährt dann fühlt sich die Lunge mit Wasser weil das Herz schwächer schlägt Und das wird auch im Sprachverbrauch als Todesrasseln, Death Rattle.
00:47:23: Sie werden es hören wenn der Death Rattle da ist und das ist alles schon so dieses klinisch krankenhausmäßig pflegerische Sterbliche und ich glaube so kommt ein auch vor wenn man Angehörige pflegt weil du hast quasi schon dein Pflegebett was schon so bisschen kranken Hausmäßig?
00:47:43: Du musst die Leute reinigen von ihrem Unrat, weil sie machen Windeln für Erwachsene oder einen Bettpfannen.
00:47:53: Du hast Nahrungsergänzungsmittel und Medikation.
00:47:57: Das heißt das schon alles auf das kalte klinische Derbende umgemünzt.
00:48:03: Und das fand ich auch noch mal krass.
00:48:05: unten war es ein bisschen wohlig Und warm und oben war schon der Tod.
00:48:11: Der Tod saß ihr quasi auch im Nacken, und selbst in diesem Wohligwarm war aber auch der Schrank mit dem Whiskey den sie sich gegönt hat.
00:48:21: Wir erfahren dass sie auch noch ein Alkoholthema hatte.
00:48:26: Ich habe ja die Uhr hier vor mir.
00:48:27: ich sehe wir bewegen uns aufs Ende zu.
00:48:30: deswegen würde mich nochmal interessieren Wie hast du denn das Ende empfunden?
00:48:36: Also ich leg mal vor und dann kannst du darauf eingehen.
00:48:39: Und dann habe ich auch noch eine konkrete Frage, die sich anschließt.
00:48:44: Ich fand an dem Ende besonders spannend dass dort das passierte was Du als payoff bezeichnest wie ich gelernt habe bei unserer besprechung zu hereditary.
00:48:55: er greift zunehmend auf klassische Motive des Horrorfilms zurück, also während das Ganze recht originell und anders ablief als man es gewohnt ist.
00:49:06: Kommen dann zunehmen doch irgendwie so diese Elemente mit rein Glühbirnserplätzen, Schranktürenfliegen auf.
00:49:14: Hast du das als störend empfunden?
00:49:18: Nur ein bisschen!
00:49:19: Also was mir nicht gefallen hat waren die wie Du sagst die platzenden Glühbären Auch die Kinderbilder an den Wänden und so.
00:49:29: Das fand ich nicht so schön, das war dann wirklich so... ...nicht mehr Haunted House sondern geisterbahnmäßig.
00:49:35: Da denke ich wieder ein Blumhouse-Produktion!
00:49:39: Aber der Payoff hat mir gefallen weil diese Dämonien ihr Handlungsmotiv ist ja dem werdenden Müttern die Kinder zu rauben in der Praxis umgesetzt würde, das bedeuten schon noch bevor die geboren sind.
00:49:55: Schon zu Fehlgeburten und solchen Geschichten hinzuarbeiten.
00:49:58: oder aber wenn die Mütter schon ihre Kinder haben dass sie die Kinder tot brügeln also schreiende Säuglinge was thematisch auch ein spannendes Ding ist weil du hast ja oft diese Themen im Kindeswohl das sind ja oft gar nicht bösartige Mütter, sondern überforderte Müttern die nicht mehr klarkommen wenn man ein Schrei-Baby hat und es hört nicht mehr auf zu schreien.
00:50:21: Da gibt's ja auch Notrufe und dergleichen so wie zum Beispiel eine Mutter da anruft bei dem PartCast.
00:50:27: das hört sich an wie ne verzweifelte Mutter die So eine Kinder Hotline an ruft und sagt ich kann nicht mich mit totalem Eimer Das Kind hört einfach nicht aufzuschreien.
00:50:37: Der payoff da ist so habe ichs interpretiert der Dämon ist quasi in der mutter ... in der komatösen Mutter.
00:50:45: Und da sehr gut erzählen wir mal, weil das wäre meine Frage.
00:50:48: Genau und tötet quasi die eigene Tochter was ja auch noch einmal symbolisch ganz spannend ist aber nicht um die Tochter zu töten obwohl auch ein bisschen.
00:50:57: also sie nimmt... ...der Mutter die sie besetzt hat... ...auch die Tochte und aber auch die Enkeltochter also sprich... ...noch bevor das Kind geboren werden kann sie ist ja irgendwann stellt sich heraus dass sie Schwanger ist, nimmt sie quasi auch das Kind.
00:51:14: Also im Grunde genommen ganz klassisch spult der Demon sein Programm ab.
00:51:22: Spannend!
00:51:22: Also erst einmal noch mal zur Inszenierung... Ich war dann ein bisschen ambivalent.
00:51:27: ich habe lange überlegt stört mich das jetzt oder stört mir das nicht?
00:51:32: weil ich fand in der Inszenierung bis dahin so originell und so souverän dass ich im ersten Moment echt nicht wusste, okay jetzt fährt er hier die ganzen Geschütze auf und greift dann in die Mottenkiste.
00:51:46: Und kramt alles raus was wir schon tausend mal gesehen haben.
00:51:50: am Ende habe ich mich dann aber glaube ich tendenziell dafür entschieden.
00:51:54: und da kommt dann wieder dieses payoff von dir das das dramaturgisch als eskalation eigentlich eine völlig legitime Auflösung für diesen film ist Und das es mich tendenziell eher wenig stört.
00:52:08: Aber ich war tatsächlich erst einmal irritiert, dass der Film dann so konventionell wird.
00:52:13: am Schluss und was das Ende anbelangt, das finde ich ja total spannend.
00:52:19: also der film ist nicht eindeutig in seinem ende.
00:52:22: Du hast da ganz viele Interpretationsmöglichkeiten.
00:52:25: Wie geht das jetzt aus?
00:52:28: Ist Evie besetzt, ist die Mutter besetzt... ...ist vielleicht irgendwas bei Justin mit dem sie ja die ganze Zeit verbunden ist und der im Hintergrund auch immer ständig irgendwelche komischen Geräusche und irgendwelchen komischen Ereignisse umsichert.
00:52:44: Insofern fand ich jetzt ganz spannend, dass du auf die Mutter tippst.
00:52:49: Ich habe mich glaube ich am Ende für eine andere Interpretation entschieden.
00:52:54: Das Abizu Die Dämonen und ich glaube das ist eine relativ moderne Interpretations.
00:53:03: Wir haben ja da auch diese ganzen Audio Files Und das wird ja alles über Medien transportiert Dass das eigentlich eher so wie ein Virus ist.
00:53:13: Ja wenn ich bei dir
00:53:15: alle ...
00:53:16: bin ich bei
00:53:16: dir, da bin ich
00:53:17: hundertprozent bei
00:53:18: dir.
00:53:18: Also gar nicht die Mutter und ihr oder Evie oder Justin sondern alle irgendwie
00:53:24: sind infiziert?
00:53:25: Genau das ist das geniale.
00:53:26: Abisu hat einen Weg gefunden über den modernen... Das habe ich aber auch gedacht!
00:53:30: Über die modernen Kommunikationsmittel also über dem Podcast in die Gehirne der ZuhörerInnen.
00:53:38: Das ist ja auch wie unser Podcast funktioniert.
00:53:41: Wir versuchen den Kulturdiscovirus in die Welt zu bringen Nur läuft der Virus etwas schleppend an.
00:53:49: Ja,
00:53:49: das ist furchtbar!
00:53:51: Und wir geben uns so viel
00:53:52: Müde und Mühe... Also Abisu ist erfolgreicher als Kulturdiscord?
00:53:56: Das kann man schon sagen.
00:53:57: Naja, irgendwann holen wir Abisu auch noch
00:53:59: ein.
00:54:00: Genau!
00:54:00: Also wir schaffen es nicht dass ihr euch da draußen im Podcast land gegenseitig die Papiertüten über die Köpfe stirbt.
00:54:07: Soweit sind wir noch nicht?
00:54:08: Nein,
00:54:08: sind wir doch nicht.
00:54:09: aber unabhängig davon für welche Interpretation man sich am Ende entscheidet das habe ich auch als Stärke des Films empfunden dass er keine Eindeutigkeit liefert und das passt ja auch zu dem ganzen Prinzip des Filmes.
00:54:24: Wir füllen die Bilder und die Tonschnipse, die wir hören mit Bedeutung auf.
00:54:30: Und auch am Ende bei der Auflösung passiert genau das Gleiche.
00:54:33: Genau!
00:54:34: Es ist eigentlich ein Hörbuch auf Film gebannt... ...und insofern war es frisches im Genre.
00:54:43: Ja, habe ich ja auch so empfunden.
00:54:45: Okay, wir sind schon wieder an der Stelle wo wir eigentlich traurigerweise von euch Abschied nehmen müssen oder?
00:54:53: Und diesmal müssen wir euch darauf hinweisen.
00:54:56: Wir gehen in eine kleine, aber feine Sommerpause.
00:55:01: So sieht's aus!
00:55:02: Wir hören uns dann voraussichtlich im September wieder mit frischen Gedanken, frischen Ideen...
00:55:10: Frischen
00:55:12: Gästen ganz genau und wir freuen uns natürlich riesig auf Euch.
00:55:17: und bis dahin heißt es aber erst einmal kurz durchatmen durchschnaufen und die Zeit genießen.
00:55:23: Genau, und wenn ihr möchtet bitte teilen, liken, kommentieren dann kommen wir auch besser in die Welt!
00:55:33: Dann sieht uns der Alborhythmus.
00:55:35: wer würde dir uns einen ganz
00:55:36: ganz großen gefallen tun?
00:55:44: Ihr Kleinschlinge.
00:55:52: See you then,
00:55:53: bye-bye!
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